An anderer Stelle hier im Forum hatte ich von meiner Kelleranlage berichtet
und dass ich diese aus nicht rein freiwilligen Stücken abbauen musste:
http://www.schnellenkamp-modellbau.de/modules.php?name=eBoard
&file=viewthread&tid=1036
Hier kommt nun die Begründung, warum dieser Schritt erforderlich war….
Also, Ende März ereilte mich eine Mail, ob wir als Verein an einer
Ausstellung in Rheinberg im Juni teilnehmen wollten (GermanRail 2009). Nach
kurzer Diskussion im Verein stand der Beschluss: Ja, wir melden uns an.
Nur: wir hatten keine Ausstellungsanlage! Also wurde wieder diskutiert und
kurzerhand beschlossen, eine kleine, aber vorzeigbare Ausstellungsanlage zu
bauen! So weit, so gut! Nur wer unser Vereinsheim kennt, weiß, dass da kein
Platz für den Bau einer Ausstellungsanlage vorhanden ist. Also wurde der
Kompromiss gefunden, dass diese Anlage in meinem Keller gebaut werden soll
und ich außerhalb der Ausstellungszeit “Nutznießer” der Anlage sein könnte.
Im Gegensatz zum diesem Nießbrauchrecht habe ich mich dazu bereit erklärt
und meine Bereitschaft zur Kostenübernahme erklärt - so konnten mehrere
Vorteile vereint werden.
Also begann Anfang April die Planungsphase, an derem Ende der fertige Plan
stehen sollte. Die Anlage sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
- aufzeigen, dass auch auf wenig Platz Spur 0 gemacht werden kann
- zeigen, dass Spur 0 aus dem Spielwarenmarkt genutzt werden kann
- digital gesteuert werden
- ein in sich darstellbares Thema haben
- die weite Welt sollte durch einen verdeckten Teil simuliert werden
- Gebäude und Hintergrund sollen auch dazu gehören
- eine angemessene Beleuchtung soll die Anlage unabhängig vom Standort
machen
- einfacher Auf- und Abbau.
Das war schon eine Aufgabe, also wurde geplant, gezeichnet, gemailt,
diskutiert, angepasst und nach drei Wochen “stand” der Plan:
Der nachfolgende Link führt zu einem größeren Gleisplan:
http://www.sgp.yourweb.de/other/y00.jpg
Dargestellt ist ein Ende eines kleinen Bahnhofs, von dem nur eine Hälfte zu
sehen ist. Die rote Linie im Plan zeigt die Kulisse, die einerseits die
Schiebebühne vom Zuschauerbereich abtrennt und andererseits den Hintergrund
bildet. Im sichtbaren Bereich sind vor dem Hintergrund zwei angeschnittene
Gebäude zu sehen: ein Bahnhof (Lenz) und eine Fabrik (Teile von
BESIG/ADDIE-Schuppen). Letzterer hat auch die Aufgabe, ein Abstellgleis zu
verdecken. Dieses Abstellgleis ist nur von der Schiebebühne im nicht
sichtbaren Bereich her erreichbar und ermöglicht das Abstellen einer
Garnitur mit einer Länge von 105 cm. Auch die Schiebebühne hat eine Länge
von 105 cm. Auf den Wert von 105 cm bin ich nach einer kleinen Überlegung
gekommen - Ihr seht das Ergebnis hier:
Die so ermittelten Zuglängen reichen meines Erachtens für einen Fahrbetrieb
vollkommen aus!
Also wurden Ende April die Modulkästen montiert und probeweise die Gleise
aufgelegt.
Aufgrund von verschiedenen familiären Terminen konnte ich erst am 03.05.09
mit dem eigentlichen Bau beginnen, allerdings immer nur nach Feierabend für
ein paar Stunden und am Wochenende, wenn mal eben keine Termine anstanden
(was nicht häufig der Fall war!)
Meine Frau ertrug die Aktivitäten im Keller und meinte, dass dann unser
Urlaub knapp vor der Messe sei. Unser Urlaub!!!! Oh je, dann fehlen noch
mal 10 Tage zuzüglich Vorbereitungszeiten… Na, das konnte ja noch heiter
werden…
Also wurde losgebaut und ein paar Clubmitglieder unterstützten mich
stundenweise. Am 03.06., dem letzten Bautag vorm Urlaub, lagen die Gleise,
diese waren eingeschottert, die Lenzweichen waren mit Servos versehen und
bedienbar, die Elektrik funktionierte, die Kulisse war hergerichtet, aber
es fehlten noch die Fabrik, eine Brücke (zum Tarnen der Durchfahrt auf die
Schiebebühne), die komplette Landschaftsgestaltung sowie die Beleuchtung.
So sah die Anlage am 03.06.09 aus:
Das nicht eingeschotterte Gleis auf dem letzten Bild soll durch die Fabrik
verdeckt werden!
Nun war es Zeit, den Anker zu werfen und zu entscheiden, ob in diesem
Status entweder die Messe abgesagt werden soll oder ob Clubkollegen
aushelfen könnten. Auf den Hilferuf hin fanden sich dann der Frank Minten,
der in den letzten Tagen vor der Messe nach meinem Urlaub etwas an der
Landschaft machen wollte und der Peter, der die Fabrik und die Brücke bauen
will (den Bahnhof hatte er in der Vorwoche montiert). Peter kam noch
schnell zum Maßnehmen und zum Abstimmen der Feinheiten, nahm dann den
Lenz-Bausatz sowie die BESIG/ADDIE-Teile mit und versprach, während meines
Urlaubs zu bauen. Puh, mir fiel ein Stein vom Herzen!
Nach Rückkehr aus dem Urlaub musste der Endspurt eingelegt werden. Zwei
Tage hatten wir noch und los ging es. Frank machte Landschaft und Peter
teilte mit, dass er krank gewesen war und die Fabrik noch nicht angefangen
hatte… Los ging es! Mit einem anderen Clubkollegen baute ich noch die
Beleuchtung und wir waren guter Dinge.

Frank bei der Landschaftsgestaltung

Erstes Ergebnis vor dem Kleben.

Peter baut die Fabrik

Die Beleuchtung funktioniert schon.

Blick auf die Schiebebühne.

Alles Holz ist weiß gestrichen, die Beleuchtung funktioniert, die
Landschaft ist fertig, es fehlen nur die Hintergrundplatten.

Erste Stellproben. Mir gefällt der Schatten auf dem Fahrwerk der V36 -
wirkt als wenn es Mittags wäre!
Nach zwei anstrengenden Tagen (Bauzeit pro Tag 10 Stunden) waren wir
Donnerstag Abend fertig und wollten die Module trennen, um sie zum
Durchtrocknen in die Garage zu legen. Doch was war das? Die Module waren
verklebt!!! Nichts ging mehr!!! Also wurde gezerrt, gerissen, diskutiert,
debattiert, gestritten (“Nein, ein drei Meter langes Modul passt nicht
durch das Treppenhaus und auch nicht in den Kofferraum!) gelang uns um
23.00h die Trennung der Module!!! Puh, da fiel mir ein Stein vom Herzen!
Nach einer kurzen Reparatur der Kollateralschäden lagen um 23.40h alle
Module in der Garage und ich konnte ins Bett fallen.

Frank bei der Reparatur.
Am nächsten Tag stand der Transport zur Messe samt Aufbau der Anlage an.
Letzterer war problemlos, einzig eine Weiche wollte nicht so wie ich wollte
und musste neu programmiert werden. Nun noch den Vorhang anbringen, ein
Schild mit dem Namen des Vereins aufhängen und die Messe konnte kommen!

So stand die Anlage auf der Messe.

Überblick.

Details

Blick auf die Schiebebühne.

Die Elektrik unter dem Hauptmodul.
Wir haben zwei Tage mit der Anlage gespielt und hatten unseren Spaß
dabei!
Sonntag Abend um 18.00h nahm ich das letzte Fahrzeug von der Anlage und
begann mit dem Abbau. Um 18.15h waren wir fertig und holten die Pkw in die
Halle, um alles zu verladen. Nach kurzer Fahrt trugen wir die Einzelteile
in meinen Keller und waren damit um 18.42h fertig - neuer Rekord für
unseren Verein!

Die Schiebebühne

Auf vier dieser Schubladeauszüge läuft die Schiebebühne

Dieses Ansatzstück verlängert die Gleisstutzen an der Schiebebühne und
erleichtert das Rangieren im Schattenbahnhof.

Wiederaufbau im Keller
So steht sie nun in meinem Keller und ich kann damit einfach spielen!
Natürlich muss die Anlage noch weitergebaut werden - es fehlen noch viele
Feinheiten und auch der Hintergrund benötigt etwas Aufmerksamkeit. Auch
können die Gebäude etwas Patina gebrauchen. Aber bis zur nächsten Messe ist
ja noch etwas Zeit….

So steht sie nun in meinem Keller und macht sich gut!
So, das soll erstmal reichen - nun wisst Ihr, warum die Kelleranlage mit
Culemeyer und Wagendrehscheibe abgebaut werden musste. Ich hoffe, Euch hat
die ausführliche Darstellung gefallen?
So endet nun mein kleiner Bericht ganz ohne Smileys....
Gruß,
Nafets (der mit der kleinen Anlage im Keller)
[Editiert am 30/6/2009 um 22:41 von Nafets]
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Ich ziehe mich hier etwas zurück. Grund? Soll ich den wirklich nennen? Nee,
besser nicht.... Ach so: Die hier mal eingestellte Mail-Adresse existiert
nicht mehr. PN werde ich auch nicht mehr lesen.